Januar 2019

  Start Erstinstandsetzungsmaßnahmen Uchter Moor I Gehölzarbeiten

Im Klimatools-Projektteilgebiet Uchter Moor I sind Renaturierungsmaßnahmen zur Optimierung der hydrologischen Situation und dem Erhalt der hochmoortypischen Offenlandschaft geplant. Aufgrund der negativen Ausgangssituation können sich vor allem Birken und Kiefern in dem ehemals nahezu baumfreien Hochmoor ansiedeln. Diese teilweise sehr dichten Verbuschungen verdrängen die hochmoortypische Vegetation. So herrschen hauptsächlich degenerierte Moor-Biotoptypen vor. Zum andern verdrängt die Verbuschung die wertbestimmenden Brutvogelarten des EU-Vogelschutzgebietes V 40 „Diepholzer Moorniederung“, die eine weite, kurzrasige Offenlandschaft als Lebensraum benötigen, wie sie in ungestörten Hochmooren ursprünglich war.

Im nordöstlichen Teilbereich der Maßnahmenfläche befinden sich größere Gehölzbestände. Diese werden zur Herstellung von Offenlandschaft vollständig geräumt und das Holz von der Fläche transportiert und gehäckselt. Jüngerer Gehölzaufwuchs im Bereich der alten Torfdämme wird forstgemulcht.

Im Maßnahmengebiet befinden sich aus der Zeit des Torfabbaues noch Enwässerungseinrichtungen wie Schlitzgräben und andere Vertiefungen. Diese sollen verfüllt werden. Daneben sind vorhandene Torfdammstrukturen aufzubauen und der Verbund durch neue Dämme zu ergänzen. Die Kammerung der Maßnahmenflächen erfolgt unter größtmöglicher Schonung der Flächen unter Berücksichtigung der durch Nährstoffeintrag vorgeschädigten ehemaligen Grünländer.

Diese Maßnahmen werden, in Abhängigkeit der Empfindlichkeit und Schutzwürdigkeit der vorhandenen Vegetation, seit vielen Jahren erfolgreich zur Offenhaltung und Wiedervernässung von Mooren in verschiedenen Projekten erfolgreich eingesetzt.

in einem ersten Bauabschnitt werden im Winterhaljahr 2018-19 die Gehölzarbeiten umgesetzt. Im einem zweiten Bauabschnitt sind ab Herbst 2019 die Bodenarbeiten geplant.

Das Projektteilgebiet Uchter Moor I

Juni 2019

  Vegetationskundliche Dauerbeobachtungsflächen

Durch Dauerbeobachtungsflächen können Veränderungen der Vegetation über lange Zeiträume dokumentiert werden. Im Projekt Klimatools sind sie ein wichtiges Mittel, um die Auswirkungen der durchgeführten Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen auf die Vegetation beurteilen zu können. Insgesamt wurden während der Projektlaufzeit bisher 20 Dauerbeobachtungsflächen in den sechs Teilgebieten neu eingerichtet. Auf 25 m2 werden dort die Deckungen aller Gefäßpflanzen- und Moosarten erfasst. Oft befinden sich die Flächen in unmittelbarer Nähe zu Wasserstandsdatenloggern, die täglich die Wasserstände im Bereich der Dauerbeobachtungsflächen ermitteln. So können Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Verlauf der Wasserstände und den damit einhergehenden Veränderungen der Vegetation gewonnen werden.

Auf sechs zusätzlichen Dauerbeobachtungsflächen wurden Wiederholungsaufnahmen durchgeführt. Diese Flächen wurden bereits vor etwa 20 Jahren eingerichtet und liefern wichtige Informationen über die Entwicklung der Gebiete.

Nach Umsetzung der Maßnahmen sollen die Dauerbeobachtungsflächen erneut aufgenommen werden, um so bereits erste Effekte dokumentieren zu können.

Zwanzig Dauerbeobachtungsflächen mit je 25 m2 wurden neu angelegt.

August 2019

   Maßnahmenplanung Uchter Moor II

Im Klimatools-Projektteilgebiet Uchter Moor II sind Renaturierungsmaßnahmen zur Optimierung der hydrologischen Situation und zur Förderung der hochmoortypischen Flora und Fauna geplant. Die Durchführung soll im kommenden Winterhalbjahr erfolgen. Das Gebiet liegt vollständig im NSG HA 00208 Uchter Moor und im Vogelschutzgebiet V40 Diepholzer Moorniederung.

Obwohl die entsprechende NSG-Verordnung die optimale Wiedervernässung und langfristige Sicherung der Schutzgebietsflächen im Uchter Moor zum Ziel hat und Duldungspflichten regelt, sind in einigen Teilbereichen naturschutzfachliche Entwicklungsmaßahmen dennoch von der Zustimmung aller betroffenen Flächeneigentümer abhängig. Dies ist so, weil es in alten Torfabbaugenehmigungen aus den 1980‘ er Jahren festgelegt worden ist. Aufgrund der heterogenen Eigentumsverhältnisse und den vielfältigen Ansichten der Flächeneigentümer wurden im Laufe der Projektierung planungsrechtliche Hürden deutlich. Trotz aufwändiger Information und Vor-Ort-Terminen konnten keine Einverständnisse auf großer Fläche erwirkt werden, sodass gegenwärtig 21 ha in die weitere Planung gehen können. Aus Sicht des Moor- und Klimaschutzes sollten Schutzgebietsverordnungen rechtsverbindlich über das Instrument der Duldungspflicht Wiedervernässungsmaßnahmen möglich machen.

Ausgangssituation
Aufgrund der anhaltend starken Entwässerung durch tief einschneidende Entwässerungsgräben und durch angrenzende ehemalige bäuerliche Handtorfstiche degenerieren die Biotope des Hochmoores zunehmend. Hochmoortypische Vegetation mit Torfmoosen findet sich nur vereinzelt an tiefer gelegenen Punkten.

Nach Umsetzung der Maßnahmen sollen die Dauerbeobachtungsflächen erneut aufgenommen werden, um so bereits erste Effekte dokumentieren zu können.

Was ist geplant?
Zur Optimierung der Wasserstände sollen im gesamten Gebiet mehrere niedrige Verwallungen angelegt werden. Ein zentrales Ziel ist dabei, die südlich angrenzenden deutlich tiefer liegenden Handtorfstiche von den höher gelegenen ehemaligen industriellen Abtorfungsflächen abzugrenzen. Das Wasser wird stärker im Maßnahmengebiet zurückgehalten. Weitere Verwallungen ermöglichen durch Kammerung ein optimales Einstauen des Wassers mit größtmöglicher Flächenwirkung. Die Kammerung der Maßnahmenflächen erfolgt unter größtmöglicher Schonung der Vegetation.

Noch vorhandene Schlitzgräben schneiden tief bis in den mineralischen Untergrund ein.

Dezember 2019

   Erstinstandsetzungsmaßnahmen Uchter Moor I und Uchter Moor II

Erdarbeiten in UM I

In einem ersten Schritt konnte im letzten Winterhalbjahr 2018-2019 der Birkenaufwuchs auf den Projektflächen im UM I entfernt werden. In einem weiteren Schritt werden dort aktuell in diesem Winterhalbjahr 2019-2020 Erdarbeiten umgesetzt.

Dazu werden noch vorhandene Entwässerungsgräben verschlossen und Dämme gebaut. Dabei werden die vorhandenen Torfdammstrukturen ausgebaut und der Verbund durch neue Dämme ergänzt. Die Wasserstände in senisbelen Bereichen werden durch Überläufe aus KG-Rohren reguliert und dies erfolgt unter größtmöglicher Schonung der Flächen sowie unter Berücksichtigung der durch Nährstoffeintrag vorgeschädigten ehemaligen Grünländer.

Durch die Kammerung der Flächen soll möglichst viel Wasser im Moor gehalten werden. Damit sind beste Vorrausetzungen geschaffen, dass sich ein hochmoortypischer Wasserhaushalt wiedereinstellt.

Gehölz- und Erdarbeiten in UM II

Im Projektteilgebiet UM II wird dagegen eine moderate Wasserstandanhebung initiert. Hierzu sind dort Gehölzarbeiten ausschließlich als Baufeldräumung im Gange. Nach Abschluß dieser Arbeiten werden einzelne Gräben angestaut und flache Verwallungen erstellt.